Ein Jahr im Leben von Imker und Bienen

Das Bienenjahr ist ein stetiger Wechsel aus Fürsorge, Beobachten und respektvollem Zurücktreten des Imkers. Die Bienen folgen dem Rhythmus der Natur, der Imker begleitet sie liebevoll durch die Jahreszeiten. Im Folgenden finden Sie eine warme und praktische Übersicht, unterteilt in Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Frühling
Was der Imker tut
- Frühjahrsdurchsicht: Völker kontrollieren, Brutnest begutachten und Schwarmstimmung erkennen.
- Die Räume erweitern mit zusätzlichen Rähmchen oder Zargen, damit das jetzt stark wachsende Volk genug Platz hat.
- Varroakontrolle planen: Behandlungstermine festlegen und Völkergesundheit beobachten.
Was die Biene
n tun

- Reinigungsflug: Nach den Wintermonaten fliegen Bienen hinaus, um das Nest sauber zu halten.
- Die Kömigin legt wieder bis zu 2000 Eier am Tag das Volk wächst schnell.
- Nektarsuche beginnt: Erste Blüten wie Weiden, Krokusse und Obstbäume werden angesteuert.
Wichtig für die Bienen
- Ausreichend Pollen- und Nektarquellen in der Nähe.
- Genügend Raum im Volk, um Schwarmneigung zu reduzieren.
- Saubere, trockene Beuten und keine Belastung durch Krankheitserreger.
Sommer
Was der Imker macht
- Honigernte planen und bei Bedarf Schleudern. Rähmchen ziehen, ernten und hygienisch behandeln.
- Schwarmkontrolle: Ableger bilden oder Platz in der Beute dazugeben, um Schwärmen vorzubeugen.
- Wasserstellen anbieten: Vor allem an heißen Tagen ist eine saubere Wasserquelle wichtig.
- Regelmäßige Kontrollen: Brutentwicklung, Varroa-Status und Vorräte prüfen.
Was die Bienen tun

- Hochbetrieb: Sammelflüge bei hohem Pollen- und Nektaraufkommen.
- Eintragen und Verarbeiten von Honig: Die Bienen füllen und verschließen Honigrähmchen.
- Temperaturregulation im Volk: Ventilations- und Wasserverteilungsarbeiten.
Wichtig für die Bienen
- Stabile Nahrungsvorräte für schwächere Phase später im Jahr.
- Schutz vor Hitze und Überhitzung der Beute.
- Saubere Wasser- und Trachtquellen ohne Pestizide.
Herbst
Was der Imker t
ut

- Vorratssicherung: Futterkontrollen, evtl. Zufütterung für den Winterbedarf.
- Varroabehandlung: Abschlussbehandlungen durchführen, um Winterverluste zu verringern.
- Letzte Kontrollgänge: Königin, Volksstärke und Bienengesundheit prüfen.
- Honigverarbeitung und Einlagern: Geernteten Honig schonend verarbeiten und abfüllen.
Was die Bienen tun
- Zusammenziehen: Brut wird reduziert, Volk wird kompakt.
- Einlagern: Vorräte werden gesichert und konserviert.
- Vorbereitung auf Winterruhe: Energie sparen, sich in Trauben zusammenfinden.
Wichtig für die Bienen
- Genügend hochwertige Wintervorräte (Honig oder zugefütterter Ersatz).
- Gute Varroakontrolle vor dem Einwintern.
- Wind- und Wetterschutz, aber ausreichende Belüftung der Beute.
Winter

Was der Imker tut
- Ruhe bewahren: Nur kontrollieren, wenn unbedingt nötig, um Störungen zu vermeiden.
- Winterschutz: Dämmung, Windbrecher und Mäusegitter prüfen.
- Vorräte überwachen: Bei milden Phasen, wenn nötig, zufüttern (z. B. Futterteig).
- Planung für das nächste Jahr: Materialpflege, Weiterbildung und Frühjahrsstrategien durchdenken.
Was die Bienen tun
- Wintertraube bilden: Zusammenrücken und mit Muskelzittern Wärme erzeugen.
- Energie sparen: Brutaufgabe reduziert, Aktivität minimal.
- Vorräte nutzen: Honig als Energiequelle, Wasserbedarf gering, aber vorhanden.
Wichtig für die Bienen
- Konstante, ausreichende Vorräte und ein trockener, zugfreier Aufenthaltsort.
- Ausreichende Belüftung gegen Feuchtigkeit, die Schimmel und Krankheiten fördert.
- Geduld und respektvolle Beobachtung vom Imker – Störungen kosten Energie.
- Mit Liebe und Respekt: Bienen danken Fürsorge durch Vitalität und gute Honigerträge – und vor allem durch ihr anmutiges Summen.
Ein Jahr mit Bienen ist eine Reise durch die Jahreszeiten, bei der Imker und Bienen voneinander lernen. Mit Aufmerksamkeit, Wissen und Rücksicht wächst nicht nur das Volk, sondern auch die Freude an der Imkerei.
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